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Koro-Renovation im Südstadion Köln

Man muss schon einen breiten Rücken haben um sich das zu trauen - und den hat er unfraglich! Die Rede ist von Christoph Seiler, seines ...

Koro-Renovation im Südstadion Köln

Man muss schon einen breiten Rücken haben um sich das zu trauen - und den hat er unfraglich! Die Rede ist von Christoph Seiler, seines Zeichens verantwortlich für die Sportrasenflächen der Kölner Sportstätten GmbH. Mit 1,93m und geschätzten 95kg Kampfgewicht ist er nicht nur eine imposante Erscheinung, sondern auch ein mindestens genauso geschätzter und respektierter Kollege der deutschen Stadion-Greenkeeper. Wenngleich diese Bezeichnung nicht viel über seinen Arbeitsalltag aussagt, da er für alle Profifußballstadien des 1. FC Köln, Fortuna Köln und Viktoria Köln sowie einen Golfplatz und einen 1. Liga Baseballplatz verantwortlich zeichnet, und demnach ein viel gefragter Mann in Köln ist. Als ich mit ihm im Auto Richtung Südstadion sitze, stehen wir an der Ampel und er sagt "ach gucke mal, da is ja der Klaus Ulonska (Präsident von Fortuna Köln)!" der offensichtlich mit dem Auto neben uns stand. Aber was hat diese Anekdote denn mit dem Südstadion oder mit Greenkeeping zu tun ?

Nun ja, wenn sich ein kommunaler Betrieb "erdreistet" einen Stadionplatz einer nach gefühlten 150 Jahren endlich wieder in die 3. Bundesliga aufgestiegenen Mannschaft, abzufräsen !!!!! dann ist das schon eine durchaus diskussionsfähige Handlung. Wenn zwischen Einsaat und 1. Bundesliga-Spieltag dann aber nur 6 Wochen liegen !!!! Na dann bedarf es eben einer Person des Kalibers von Christoph, um die Verantwortung für dieses Vorhaben zu übernehmen! Wir trafen uns im April um die Situation und die Möglichkeiten zu besprechen.
Im Mai haben wir bei unserer Platzbegehung ein Spielfeld vorgefunden, das erhebliche Ondulationen bzw. Unebenheiten von bis zu 12 cm Unterschied aufwies. Die Grasnarbe war durchsetzt von Poa annua (Einjähriges Rispengras) bzw. man könnte besser sagen, es waren nur wenige andere Gräser außer der Einjährigen Rispe im Bestand auszumachen.

Die Poa annua
Diese Problematik der Poa annua, umgangssprachlich als "Poa" bezeichnet, führte in den vergangenen Spielperioden immer wieder zu erheblichen Beschädigungen des Platzes. Auch wenn die Poa annua Plätze in den Sommermonaten immer relativ schnell wieder schön aussehen, so verursacht dieses Gras doch die größte Problematik für die Instabilität von Naturrasenplätzen während der kälteren Jahreszeit, und ist somit unser Hauptproblem bei der Pflege eines nachhaltig stabilen Sportrasens für Fußball.
Die Poa annua zeigt keine ausgeprägte Tiefenentwicklung der Wurzel, was bei Spielarten wie Golf, Bowling oder Cricket kein Problem ist. Bei Fußball jedoch, wo wir über Scherkräfte sprechen, die ein 30 bis 40-faches des normalen Laufens erreichen, ist eine Tiefenverwurzelung der Gräser absolut essentiell, um auch in den niederschlagsreichen und feuchten Monaten November bis April einen tragfähigen und stabilen Untergrund mit einer belastbaren Grasnarbe vorzufinden.

Gegen die Poa annua ist kein Kraut gewachsen !
...bzw. kein Spritzmittel gemixt ! d.h. auf deutsch, diese Pflanze kann nicht chemisch bekämpft werden, ohne dabei alle anderen Gräser auch abzutöten ! Die einzige Möglichkeit, die Verbreitung der Poa einzudämmen, ist daher die "mechanische Keule" !

Das Koro-Renovations-System!
In 2009 wurde der erste Platz in Deutschland nach dem Koro-Renovations-System bearbeitet. Damals war es der Profi-Trainingsplatz des 1. FC Nürnberg.
In den letzten Jahren hat sich das System speziell in Süddeutschland stark verbreitet, hier von der Kommune bis zur Bundesliga.
Im Norden haben der HSV und Eintracht Braunschweig ebenfalls hervorragende Erfahrungen damit gemacht, was wohl auch mit verantwortlich dafür war, dass Christoph Seiler sich dazu hinreißen ließ, dieses doch etwas risikoreiche Unterfangen mit den Jungs von GT-Equipment, welche die Maschinen für dieses Verfahren vertreiben, anzugehen.
Am 16.6. 2014 war es dann soweit.

Die LKW`s rollen an!
Am Montag morgen geht`s los. 4 Mann fangen damit an, den Platz abzufräsen. Es werden ca. 2,5-3cm der bestehenden Grasnarbe entfernt. Aufgrund des hohen Poa Besatzes muss relativ tief gefräst werden, um auch genügend Poa Bestand und auch Poa-Samen, der im Boden ist, mit aufzunehmen. Den Kollegen um Gerd Thimm, die den Platz betreuen, wird Angst und Bange! Ihr schöner Platz, der eben gerade noch so grün war, ist nunmehr ein brauner Acker!
Nach ca. 8 Std. Arbeit ist die Grasnarbe entfernt und es ist auch schon erkennbar, wie durch das Fräsen an einigen Stellen die Unebenheiten des Platzes entfernt bzw. stark verbessert werden konnten. Am Dienstag ging es mit Vollgas weiter. Unter den Augen einiger Fachkollegen aus der Branche, die zu dieser Maßnahme eingeladen wurden um sich selber ein Bild machen zu können, wurde die restliche Fläche des Platzes inklusive der Randbereiche abgefräst. Als nächster Arbeitsschritt wurde die Fläche mit ca. 80t Sand besandet. Hierfür wurde ein handelsüblicher Sportflächen Sand (0-2mm, gewaschen) verwendet. Zum Besanden kommen spezielle Besander zum Einsatz, die eine Überlappung der Sandbahnen verhindern, um die Ebenflächigkeit nicht nachteilig zu beeinflussen.

Jetzt folgte der wichtigste Schritt !
Der Recycling-Dresser ist eine Maschine, die durch ein innovatives Spezial-Fräswerk ca. 100t Rasentragschicht aus dem Boden an die Oberfläche fräst, ohne dabei die bestehenden Wurzelgeflechte zu beschädigen. Dies hat zur Folge, dass nun der neue Sand und die "alte" Rasentragschicht an der Oberfläche liegen und vermischt werden können. Durch das Herausfräsen des Bodens wurden natürlich auch ganzflächig jegliche Bodenverdichtungen, die in dem Platz steckten, und wie man sie oft gerade am Mittelkreis und in den Torräumen findet, komplett beseitigt. Durch einen Spezialstriegel namens "Speed-Harrow" wird nun in einem Arbeitsgang der Boden mit dem Sand vermischt, wieder in die Frässchlitze teilverfüllt, und oberflächlich ein gleichmäßiges Niveau hergestellt. Durch die Arbeitsbreite der Maschine werden alle Unebenheiten in einem Durchmesser von ca. 0-6m ausgeglichen.
Gleichzeitig ist das Material, das nun an der Oberfläche ist, eine Mischung zwischen dem bestehenden Boden und dem neuen Sand, und somit ein optimales Wachstumsmedium für die nun anstehenden Neueinsaat.

Einsaat:
Nach zwei Tagen schweißtreibender Arbeit bei wunderbarer Versorgung und Unterstützung durch das Team der Kölner Sportstätten GmbH, wurde am 18.6. das Spielfeld des Kölner Südstadions eingesät. Die Mischung des Rasens war eine 70/30 Lolium/Poa pratensis Mischung, die sich als herkömmlich und gängig für hochwertige Sportstätten bewährt hat.

Dann war Ruhe! Jetzt waren alle gespannt! Würde das wirklich funktionieren?
Christoph Seiler war überzeugt, Tobi Appelt und John France von GT-Equipment sowieso!
In den folgenden Wochen kam ein ausgeklügeltes Düngeprogramm zum Einsatz, sowie eine hervorragende, und mit besonderer Betonung "sehr wichtige", Betreuung des Bewässerungssystems durch Gerd Thimm. Wenngleich die ersten paar Tage nach der Einsaat aus natürlichem Anlass erst einmal zu viel als zu wenig Wasser mit sich brachten. "Wir hatten an dem Wochenende nach der Einsaat einen Starkregen mit insgesamt 160l/qm innerhalb von drei Tagen" so Gerd Thimm, was sich an der ein oder anderen Stelle am Rand des Platzes zeigte. Auswaschungen die durch kleinere Handarbeit nachzuarbeiten waren, bleiben bei solchen extremen Wetterbedingungen natürlich nicht aus. Die Einsaat ist jedoch hervorragend gekeimt, und das sicher auch aufgrund der Verwendung einer Kombination von Schlitz- und Perforationssaatmaschinen, wodurch ein Teil der Saat bereits in den Boden eingearbeitet wird und somit nicht so leicht ausgeschwemmt werden kann, wie dies bei einer Perforationssaat der Fall sein kann.

Tag 5 nach der Einsaat!
Dieses Bild schickte uns Christoph mit dem Kommentar: "Einfach nur GEIL GRÜN"! Hier kann man erkennen, wie schnell Lolium keimt, wenn es richtig behandelt und eingebaut wird. Auch der weitere Aufwuchs verlief zufriedenstellend. Einige kleinere Teilflächen mussten manuell nachbewässert werden, da man in den sehr trockenen und heißen Perioden der folgenden Wochen bemerkt hat, dass unter gewissen Windeinflüssen keine 100% Abdeckung des Platzes durch das Bewässerungssystem gegeben ist. Auch hier ein dickes Lob an die Platzmannschaft, die hervorragend reagierte und in Zusammenarbeit mit John France von GT-Equipment alles notwendige unternommen hat, um eine ganzflächig gleichmäßige Entwicklung der Grasnarbe zu erreichen.

18.7.2014, erste Tests auf dem neuen Rasen!
Exakt 4 Wochen nach der Einsaat hat ein erstes kurzes Training auf dem Platz stattgefunden, wobei es hier nicht so sehr um technische Feinheiten sondern vielmehr um den Test des neuen Rasens ging. Es waren zwar noch einige kleinere Stellen vorhanden, an denen der Balllauf nicht optimal war, da noch nicht genügend Grasbewuchs vorhanden war, was von den Spielern bemerkt wurde. Die Stabilität des Platzes war zur Verwunderung der Beteiligten jedoch schon sehr zufriedenstellend.

02.8.2014, erstes Spiel!
Bereits am Freitag den 1.8. hat sich die Mannschaft das erste Mal auf dem Platz eingefunden um ein Gefühl für den neuen Rasen zu bekommen. Der Tenor war sehr zufriedenstellend. So konnte also am 2.8., und damit exakt 6 Wochen nach der Koro-Renovation, das erste Spiel in der 3. Bundesliga im Südstadion in Köln statt finden! Christoph Seiler hatte also allen Grund zum Schmunzeln, gab es doch im Kölner Umfeld genügend kritische Meinungen über die Gelingens-Chancen dieses Vorhabens. Und sicherlich ist unter normalen Umständen auch eher von einer Renovationszeit von 8-10 Wochen auszugehen um sicherzustellen, dass die Bespielbarkeit danach auch optimal ist. Leider hat es der Fortuna im ersten Spiel trotz des neuen Platzes nicht zum Sieg gereicht. Aber wir sind uns sicher, dass spätestens zum Ende der Hinrunde der Heimvorteil zum tragen kommen wird. Denn dann, im November-Dezember, wenn viele andere Plätze tief werden und deshalb ein hohes Verletzungsrisiko mit sich bringen, wird das Südstadion seine Stärken ausspielen – und dies aufgrund des Koro-Renovations-Systems, und natürlich aufgrund der hervorragenden Tätigkeit der Kölner Platzwarte, die übrigens auch sensationell grillen!

 
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